Alter Mähdrescher avanciert zum Star

Zum 19. Mal richtete der Hanomag-Club Mittershausen sein Schleppertreffen aus. Zu sehen gab’s eine Fülle von Traktoren, land- und forstwirtschaftliche Maschinen.

MITTERSHAUSEN – Bei herrlichem Sonnenschein veranstaltete der Hanomag-Club Mittershausen sein 19. Schleppertreffen auf dem Sportplatz des SV Mittershausen. Die Organisation dieser Schau hat mittlerweile riesige Dimensionen erreicht. Attraktion war dieses Mal einer der ersten Mähdrescher aus den fünfziger Jahren.

Wer gegen zehn Uhr schon beim Schleppertreffen in Mittershausen zu Besuch war, konnte die Parade der nacheinander ankommenden Schlepper bewundern, deren oftmals liebevoll restaurierter Motorhaubenlack in der Sonne nur so glänzte.

Genau genommen waren viele Maschinisten schon am Freitag angereist, wie die Anwohner entlang der durch den Odenwald führenden Siegfriedstraße (Bundesstraße 460) weithin an den tuckernden Geräuschen hören konnten.

Das Who‘s who der Traktorenmarken

Traktoren der Marken Fendt, Deutz, Porsche, Holder, Lanz Bulldog und selbstredend auch Hanomag ab der ersten Generation wurden auf dem Gelände rund um den und erstmals auch direkt auf dem Sportplatz ausgestellt.

Auch die Vorführungen land- und forstwirtschaftlicher Maschinen begeisterten: Darunter eine fahrbare Bandsäge, die einer Lokomotive ähnelt und in den fünfziger und sechziger Jahren noch auf die Höfe kam, wo gleich das Holz der ganzen Nachbarschaft gesägt wurde. Nicht ganz so alt war ein Holzspalter – meterlange Holzstämme in Sekundenschnelle in sechs Teile zu spalten, war für diesen kein Problem.

Noch am Montag sei nicht klar gewesen, ob das alle zwei Jahre stattfindende Schleppertreffen wegen der Trockenheit überhaupt veranstaltet werden könne, erklärte Georg Schork, Vorsitzender des ausrichtenden Hanomag-Clubs. Mit Stadtbrandinspektor Werner Trares sei die Situation beraten worden. Es wurde bis auf dem bewirteten Bereich auf dem Sand des Fußballplatzes ein Rauch- und Feuerverbot ausgesprochen. Ordner sollten für die Aufrechterhaltung dieses Verbotes sorgen. „Wir wussten nicht, ob wir genug Ordner finden würden“, erklärte Schork. Am Wochenende liefen viele dem Verein zugetane Helfer in gelben Westen regelmäßig über das weitläufige Gelände und schauten nach dem rechten.

„Außerdem sind wir sehr froh darüber, dass uns auch die Freiwillige Feuerwehr Mittershausen unterstützt“, berichtete Schork. Die Feuerwehrleute stellten gleich am Eingang eine Brandwache mit einem Rüstfahrzeug und einem 5000 Liter fassenden Wasserbecken auf. Dem Vorstand des Hanomag-Clubs sei ein Stein vom Herzen gefallen. „Nicht auszudenken, wenn allen anreisenden Maschinisten hätte abgesagt werden müssen“, sagte der Vorsitzende. Viele der Aussteller übernachten nämlich auch auf dem Gelände. Die weiteste Anreise habe ein Traktorfahrer aus Sinsheim auf sich genommen.

Große Aufmerksamkeit zog ein Mähdrescher der Marke Claas Columbus auf sich, der in den fünfziger Jahren zur ersten Generation gehörte. Größere Gruppen versammelten sich um die Landmaschine und es wurde gefachsimpelt. Der Mähdrescher gehörte Gerhard Bechtel zwar nicht; aber er gab gerne Auskunft. Bechtel stammt von einem Bauernhof in Winterkasten und erinnerte sich noch daran, wie er als Kind bei der Ernte des Weizens half. Damals wurde dieser noch per Hand zu Garben gebündelt. Später gab es dann eine sogenannte Dreschhexe – eine Dreschmaschine für kleinere Betriebe, in der das Getreide gedroschen wurde.

Viele Blicke zieht der erste vollautomatische Mähdrescher aus den fünfziger Jahren auf sich. Foto: Dagmar Jährling

Der Claas Columbus war eine der ersten Landmaschinen, die über das Feld fuhren und mit dem Schneidewerkzeug das Getreide abschnitten. Eine Walze zog es in die Dreschtrommel, wo das Getreide vom Stroh getrennt wurde. „Das war schon eine super Technik für damals“, meinte Bechtel. Diese Technik wird auch heute noch verwendet, nur sind die Landmaschinen häufig viel größer als damals

Aus dem Starkenburger Echo vom 14.08.2018

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